Portraits

Auf dieser Seite stellen wir Geher und Läufer unseres Vereines vor. Unser erstes Portrait widmen wir einem verdienten Sportler unseres Vereines, Gerhard Scholz. Viel Spaß beim Lesen.

 

Gerhard Scholz - Geher aus Leidenschaft

Gerhard Scholz (65) geht seit 1969. Auch heute ist er noch aktiv.

 

Als vor 40 Jahren der Mitgründer der LGU (Leichtathletik-Gemeinschaft Unterweser) Brake Gerhard Scholz durch einen Anreiz seines Freundes bei einem Geher-Wettbewerb in Ovelgönne teilnahm und dort in seinem Anzug, den er am Abend zuvor noch auf einer Feier trug, den zweiten Platz erreichte, konnte er noch nicht erahnen, dass es bis zum heutigen Tage ca. 45000 km (davon nachweislich 41677 km seit 1974) werden sollten.

Den ersten Achtungserfolg landete er am 17.06.1971 bei einem 100km-Marathon-Gehen von Cuxhaven (Bahnhof) nach Bremen bis zum Roland. Für diese Strecke benötigte er 12:05 Std. und belegte damit den ersten Platz. Etwa 120 000 Schritte absolvierte Gerhard Scholz, während der große Favorit (Krüss aus Ahrensburg) nach 64 Kilometern den Kampf aufgab. Gestartet wurde dieser Lauf gegen 21 Uhr abends begleitet von mehreren Fahrzeugen. Dann ging es in die Nacht hinein. Dazu gab es zeitweise Regenschauer. Als der Morgen graute, hatte sich das Feld schon weit auseinander gezogen und die Hälfte der Teilnehmer war bereits ausgefallen. Scholz strebte einem sicheren Sieg entgegen. Zuschauer auf dem Marktplatz konnten ihn gegen 9:05 Uhr begrüßen. Dieses Sportgehen über 100 km war damals eine Premiere in Deutschland.

Anschließend spezialisierte er sich auf die olympischen Geher-Disziplinen von 20 und 50 km. Es folgten diverse Teilnahmen an Pokalwettbewerben und viele erste Plätze bei Meisterschaften auf norddeutscher Ebene. Mittlerweile gehörte er zur Spitze in dieser Sportart in Norddeutschland.  

Ein Auszug des Trainingsplans aus dem Jahre 1976 verdeutlicht den hohen zeitlichen Aufwand, den Scholz betrieb um seine Zeiten zu verbessern:

Samstag

Training 30 km in 3:16 Std.

Sonntag

frei

Montag

Training 30 km  in 3:12 Std.

Dienstag

Training 30 km in 3:05 Std.

Mittwoch

Training 30 km in 3:00 Std.

Donnerstag

Training 30 km in 3:00 Std.

Freitag

Frei

Samstag

Wettkampf 20 km in 1:46 Std.

Am 19.10.1978  erfolgte die Verleihung der ersten Goldmedaille seit Einführung der Sportlerehrung der Stadt Brake für den zweiten Platz bei der Teilnahme der Weltbestenkämpfe im 20 km Gehen. Am 05.05.1979 ging Scholz in Griesheim die 20 km in 1:41:20 Std. und wurde damit zweiter im Einzelgehen bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften. Ein Jahr später, am 3.05.1980 konnte er diesen Erfolg, ebenfalls bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Hamburg wiederholen. Dort ging er die 20 km in 1:40:16 Std. und wurde erneut deutscher Vizemeister. Am 27. April 1985 wurde Scholz mit einer Spitzenmannschaft von der LGU Brake in Passau deutscher Meister im 20 km Gehen in 5:01:59 Std. Dieser Titel konnte ein Jahr später verteidigt werden.

Am 7.10.1989 wurde Scholz erster beim norddeutschen Geher-Cup, eine Wertung von fünf Veranstaltungen.

  

 Seine Bestzeiten:

3000m

Bahn

19.10.1985

Brake

15:35,3 Min.

5000m

Bahn

9.7.1980

Brake

23:45,3 Min.

5000m

Halle

27.1.1985

Hannover

24:56,0 Min

10000m

Halle

27.1.1980

Cuxhaven

48:58,3 Min.

10000m

Bahn

10.10.1981

Brake

48:58,2 Min.

10000m

Straße

20.04.1980

Nordholz

48:59,0 Min

20 km

Straße

29.04.1979

Delmenhorst

1:38:05 Std.

20 km

Bahn

27.04.1980

Rotterdam

1:42:08 Std.

50 km

Straße

24.10.1976

Salzgitter

4:45:21 Std.

100 km

Straße

17.06.1971

Cuxhaven

12:05 Std.

Marathon (42,295 km)

Straße

26.09.1976

Nordholz

4:04:56 Std.

1-Stunden-Gehen

Bahn

21.08.1980

Hildesheim

11,796 Std.

 

Den Spaß am Gehen hat er bis heute nicht verloren, obwohl er betont, den zeitlichen und physischen Aufwand, den er für den Erfolg bei Meisterschaften betrieb, nicht noch einmal investieren zu wollen. Gerhard Scholz startet noch immer bei Volkslaufveranstaltungen. Wer ihn dieses Jahr beim 4. OLB-E.ON Lauf als einzigen Geher  in der Startaufstellung sieht, sieht ihn bestimmt „mit anderen Augen“.

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